1. Skip to Menu
  2. Skip to Content
  3. Skip to Footer

SP1: Wirtschaft und Unternehmen

A. Allgemeine Informationen 

Wirtschaft und Unternehmen, das klingt beim ersten Hinhören wie Gott und die Welt. Bei näherem Hinsehen geht es hingegen um sehr konkrete Teilaspekte des Wirtschaftsrechts. Darüber hinaus werden oft dogmatisch hoch spannende Fragen behandelt, deren Praxisbezug stets klar erkennbar ist. Der Schwerpunktbereich Wirtschaft und Unternehmen ist als eine Art Plattform für fünf Schwerpunktfächer (Säulen) ausgestaltet. Jeder Teilnehmer muss verpflichtend zwei Veranstaltungen absolvieren. Hierzu gehören das Kapitalgesellschaftsrecht (das Personengesellschaftsrecht wird im Grundstudi- um gelesen) und die Veranstaltung Rechtsgestaltung II (Vertragsgestaltung im Wirtschaftsrecht). Die weiteren Veranstaltungen richten sich danach, welches Schwerpunktfach durch den Studierenden gewählt wird. Schwerpunktbereich ist also der Oberbegriff, das Schwerpunktfach die jeweilige Möglichkeit des Teilnehmers, sich in einem Bereich zu spezialisieren. Die Teilnehmer können aus fünf Schwerpunktfächern wählen: Deutsches und Europäisches Gesellschaftsrecht; Bank- und Kapitalmarktrecht; Finanzdienstleistungen; Markt und Wettbewerb sowie Öffentliches Wirtschaftsrecht. In dem jeweiligen Schwer- punktfach sind vier Vorlesungen zu absolvieren. Davon sind jeweils drei ver- pflichtend und eine kann frei gewählt werden. Hinzu kommen für alle Teilneh- mer ein Seminar, das in jedem Gebiet des Schwerpunktbereichs Wirtschaft und Unternehmen angesiedelt sein kann, sowie eine Grundlagenvorlesung. 

 

B. Schwerpunktfächer 

Im Schwerpunkt Wirtschaft und Unternehmen werden verschiedene Schwerpunktfächer angeboten. 

 

I. Deutsches und europäisches Gesellschaftsrecht 

Mit dem Schwerpunktfach Deutsches und Europäisches Gesellschaftsrecht wird das klassische Gesellschaftsrecht angesprochen, das über die normale Ausbil- dung hinaus deutlich vertieft wird. Da alle Teilnehmer bereits im Pflichtstudium wie im einleitenden Bereich des Schwerpunktbereichs zwei Veranstaltungen zum Gesellschaftsrecht gehört haben, kann im Schwerpunktfach eine wirkliche Vertiefung stattfinden. Hinzu gesellen sich zwei weitere Vorlesungen zum natio- nalen Gesellschaftsrecht: Konzern- und Umwandlungsrecht sowie Europäisches Gesellschaftsrecht, ohne das man heute Gesellschaftsrecht nicht mehr seriös betreiben kann. Als dritte verpflichtende Veranstaltung kommt das Kapitalmarkt- recht hinzu, da börsennotierte Aktiengesellschaften heute nicht mehr nur durch das Aktienrecht, sondern auch durch das Kapitalmarktrecht determiniert sind. 

 

 

II. Bank- und Kapitalmarktrecht 

Bankrecht wird klassischer Weise als eine Spezialform des Handelsrechts be- griffen. Daneben gibt es jedoch auch starke Bezüge zum Bürgerlichen Recht. An diese Erkenntnis anknüpfend, werden zunächst zwei Vorlesungen zum Bankrecht angeboten, in denen neben der allgemeinen Beziehung zwischen Bank und Kun- den das Kreditrecht, das Kreditsicherungsrecht, der Zahlungsverkehr und Grund- züge des Wertpapierrechts behandelt werden. Hinzu tritt die Vorlesung zum Kapitalmarktrecht, indem es neben den gesellschaftsrechtlichen Bezügen ins- besondere auch um Aspekte des Investmentbankings geht. Zugleich besteht die Möglichkeit, das Zertifikat Bankrecht bzw. Bankrecht und -wirtschaft zu erwerben. 

 

 

III. Finanzdienstleistungen 

Der Bereich Finanzdienstleistungen ist in erster Linie auf das Versicherungs- recht zugeschnitten. Neben einer Vorlesung zum materiellen Versicherungs- recht tritt das Aufsichtsrecht für Finanzdienstleister (Versicherungs- und Bank- aufsichtsrecht). Schließlich ist die Vorlesung Bankrecht I mit Schwerpunkt im Bereich der Unternehmensfinanzierung zu absolvieren. Finanzdienstleistungen werden in der Praxis immer bedeutsamer, und mit der Forschungsstelle für Versicherungsrecht soll dieser tradierte Bereich in der Münsteraner For- schung auch in den Schwerpunktbereich Wirtschaft und Unternehmen Ein- gang finden. Zugleich besteht die Möglichkeit, durch die zusätzliche Teilnahme an der Vorlesung Sozialversicherungsrecht das Zertifikat Versicherungsrecht zu erwerben. Sofern die Seminararbeit einen Bezug zu einer versicherungs- rechtlichen Fragestellung aufweist, kann auch das „Große Zertifikat im Versicherungsrecht“ erworben werden. Daneben wird seit Sommersemester 2011 in Kooperation mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät das „Zertifikat Versicherungsökonomie“ angeboten. Dieses Zertifikat ist für diejenigen inte- ressant, die später in der Versicherungswirtschaft tätig werden möchten. 

 

 

IV. Markt und Wettbewerb 

In diesem Schwerpunktfach stehen das deutsche und europäische Kartell- recht und das Wettbewerbsrecht (Lauterkeitsrecht) im Mittelpunkt, denen jeweils eine Vorlesung gewidmet ist. Beide beschäftigen sich unter verschie- denen Aspekten mit dem Wettbewerb auf den Märkten: das Kartellrecht mit den Wettbewerbsbeschränkungen durch Kartelle, Machtmissbrauch und Fusionen, das Wettbewerbsrecht mit unlauterem Verhalten wie etwa ir- reführender Werbung. Die dritte verpflichtende Vorlesung behandelt den gewerblichen Rechtschutz, insbesondere das Marken- und Patentrecht. All diese Rechtsgebiete haben in der Praxis eine hohe Bedeutung, wie die Lektüre des Wirtschaftsteils einer Tageszeitung zeigt. Juristen, die bereits an der Universität in diesen Bereichen ausgebildet werden, sind bisher selten. 

 

 

V. Öffentliches Wirtschaftsrecht 

Das Öffentliche Wirtschaftsrecht behandelt die Rechtsfragen der Bezie- hungen zwischen den internationalen Organisationen, der Europäischen Uni- on und/oder dem Staat einerseits und der Wirtschaft andererseits. Zu den Rechtsquellen gehören das Wirtschaftsvölkerrecht, das Europäische Unions- recht und das staatliche Recht. Die Themenstellungen sind in der Praxis von herausragender Bedeutung. Verpflichtende Vorlesungen betreffen die Einfüh- rung in das Öffentliche Wirtschaftsrecht (Grundvorlesung), das internationale öffentliche Wirtschaftsrecht sowie das Aufsichtsrecht für Finanzdienstleister. 

 

C. Warum Wirtschaft und Unternehmen wählen? 

Das beste Motiv, den Schwerpunktbereich Wirtschaft und Unternehmen zu wählen, ist Interesse an den dort behandelten Rechtsmaterien. Ein Verständ- nis für praktische und wirtschaftliche Zusammenhänge ist nützlich, aber nicht zwingende Voraussetzung. Neben dem Interesse am Fach können bei der Wahl auch Zweckmäßigkeitserwägungen hinzutreten. Mit der erfolgreichen Absolvierung des Schwerpunktbereichs Wirtschaft und Unternehmen steigen die Aussichten, in einer wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Kanzlei, der Rechtsabteilung eines Unternehmens, in einer Bank oder einer Versicherung sowie bei Behörden, die im Kontakt mit der Wirtschaft stehen, Fuß zu fassen. Voraussetzung hierfür ist freilich in erste Linie das Ergebnis in der Staatsprüfung. Ziel des Schwerpunktbereichs Wirtschaft und Unternehmen ist es, junge Juristen auszubilden, die Detailkenntnisse im Bereich des Wirtschaftsrechts haben, aber auch Interesse und Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge mitbringen. 

 

 

 

 

— Die Schwerpunktinfobroschüre SS 2015 mit vielen weitergehenden Informationen zu den einzelnen Schwerpunktbereichen ist jetzt in der Fachschaft oder als PDF hier online verfügbar! —